Camo&Krooked-Vice

Project Details
Categories:
,
Date:
25.11.2013
Client:
Camo&Krooked
Credit:
Peter Jablonowski, Thomas Pöcksteiner
Project Description

Wie es zu dem Video kam
Nachdem unser Video „Vienna Time Lapse“ um die Welt ging erhielten wir eine Nachricht von Hugo Boss: Sie wollen einen Video-Contest auf Youtube starten und brauchen originelle Videos dafür. Wir willigten ein, der Hauptpreis: Eine Weltreise.
Der Wettbewerb erstreckte sich über 4 Monate. Der Bewerb war so aufgebaut, dass immer zwei Videos gegeneinander antraten. Der User musste dabei für eines der beiden abstimmen. Wer zum Ende des Bewerbs die meisten Stimmen hatte, gewann die Weltreise. Und so erreichte uns Anfang Juli die freudige Nachricht, dass wir eine Reise rund um die Welt im Wert von 50 000 Euro gewonnen haben. Die Stationen: London, New York und Tokio.
Wir sollten am 6. September 2013 starten und am 20. September enden: Wien – London – New York – Tokio – Wien.
Weiters wurden wir gebeten ein Video über unsere Reise zu drehen und so begannen wir uns den Kopf auf der Suche nach originellen Ideen für das Video zu zermartern. Schließlich kam uns die Idee: Warum zeigen wir nicht den Leuten genau das, was wir sehen werden?
Alleine diese „POV (Point of View)-Idee“ reichte uns aber nicht. Wir wollten etwas Neues probieren und so kam uns die Idee das Video interessanter zu gestalten, in dem wir jeden Übergang zwischen den verschiedenen Szenen planen.
Heutzutage ist es nicht besonders schwer ein Point of View-Video zu drehen seitdem Helmkameras, wie die GoPro, sehr billig zu haben sind. Natürlich ist die GoPro eine sehr gute Kamera, allerdings nur solange genug Licht vorhanden ist. Aus diesem Grund haben wir uns für eine Spiegelreflex entschieden.
Die Canon 6D war die perfekte Kamera für uns: Sie ist nicht besonders schwer und hat einen Vollformat-Sensor, was sie zu einer idealen Kamera für Szenen mit wenig Licht macht. Außerdem haben wir als Objektiv ein Walimex 14mm Blende 2,8 gewählt, wodurch wir ein sehr weitwinkeliges Blickfeld erreicht haben.
Dass die Kamera wenig Licht benötigt um gute Aufnahmen zu machen war sehr wichtig, da wir die meisten Aufnahmen mit einer möglichst geschlossenen Blende filmten, um sowohl den Vordergrund als auch den Hintergrund scharf zu bekommen.
Doch das größte Problem war, wie wir die Kamera auf den Kopf montieren sollten.
Der Helm
Natürlich gab es schon ein paar POV-Videos die mit einer DSLR gedreht wurden, jedoch montierten die meisten Leute die Kamera hierbei auf einen Moped-Helm. Diese Lösung kam für uns jedoch nicht in Frage, da dieses Setup einfach zu groß, schwer und sperrig ist, um damit um die Welt zu reisen. Also entschieden wir uns stattdessen einen BMX-Helm zu benutzen:
bts_pov
Wir montierten einen Manfrotto 496RC2 Kugelkopf auf die Stirnseite des Helmes, sodass die Kamera verkehrt herum vom Helm hing. Dass die Kamera nun Bilder aufnahm, die auf dem Kopf stehen, war kein Problem, da man diese später in der Postproduktion leicht korrigieren konnte. Das einzige Problem war das Gewicht der Kamera und des Objektives: Der Kugelkopf, die Kamera und das Objektiv hatten ein gemeinsames Gewicht von fast 2 kg, sodass der Helm auf der Kameraseite stark hinuntergezogen wurde.
Um dieses Ungleichgewicht zu kompensieren, montierten wir zwei Gegengewichte auf die Rückseite des Helmes. Somit hatten wir nun einen Helm mit 5kg Gewicht auf unserem Kopf zu tragen.
Dieses Setup war ein bisschen wackelig, aber die Ergebnisse überraschten uns sehr positiv! Fast jeder Clip im fertigen Video ist der Originalclip, wir mussten so gut wie nichts in der Postproduktion stabilisieren!
Erfahrungen durch das Projekt

  • Ich denke, die meisten Leute haben uns angestarrt, wenn wir den Helm auf unseren Köpfen trugen. Das war uns aber egal, weil wir sie durch die große Kamera, die unser Sichtfeld einschränkte, sowieso nicht sehen konnten.
  • Es war sehr lustig zu sehen, wie die Leute in den verschiedenen Ländern auf uns reagierten: Die Briten haben versucht nicht zu starren, aber konnten nicht widerstehen; Die Amerikaner machten Späße über uns (Cops: „Look at this guy! He’s even too lazy to hold up his camera to shoot photos!“); Den Japanern hats eindeutig am besten gefallen und machten, was Japaner so machen: Fotos.
  • Stell den Blickwinkel der Kamera immer richtig ein, bevor du zu drehen beginnst! Wenn du Hände in dem Shot sehen willst, musst du die Kamera nach unten neigen!

Ein paar Zahlen für unsere Statistik-Liebhaber

  • 15 Tage, 3 Länder, einmal um die Welt
  • 35 Stunden Flug
  • 200GB aufgenommenes Material (Der Codec war h264, das ist also sehr viel)
  • 738 Clips gedreht
  • 284 Minuten Material zusammengestaucht in ein 4-Minuten-Video
  • Das heißt, nur 1,4% von dem Material haben es ins fertige Video geschafft

Um einen kleinen Einblick in das Projekt zu erhalten, sieh dir den kurzen Trailer an:

Der Artikel ist auch in EN verfügbar.

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